Die Theaterkompagniehttp://meyerundkowski.de/wp-content/uploads/MK-cover.jpeg  MEYER&KOWSKI wurde im Sommer 2008 gegründet, erfindet immersive Theaterabende an besonderen Orten für 30-40 Zuschauerinnen und hat bisher in wechselnder Besetzung ca. 20 Produktionen realisiert. Ein unverwechselbares Merkmal der Arbeit war es von Anfang an, unbekannte öffentliche und private Orte zu erkunden, die als Performance-Raum umgedeutet werden. Im Zentrum steht oft eine behauptete Authentizität des Gezeigten und der direkt auf die Vorstellung folgende informelle Austausch über das Gesehene mit den Gästen. Seit 2017 entstanden aus Mitteln der Konzeptionsförderung der BKM Hamburg und des Fonds darstellende Künste unter dem Titel „Members‘ Club 1-4“ (MC1-4) eine Reihe von Arbeiten mit einem Team von 8 Mitgliedern, die auch zukünftig zusammen arbeiten. Der MC funktioniert wie ein echter Club, dem man per Antrag und nach jeder Aufführung beitreten kann und hat bisher 370 Mitglieder. Die „Members“ werden jeweils per mail eingeladen, zu einem Treffpunkt bestellt und von dort aus auf verschiedenen Wegen an einen geheimen Aufführungsort gebracht. Das Thema von MC 1-4 war Liebe und Beziehungen. Die Members waren so bereits Gäste in einem Privathaus in Wilhelmsburg und wurden bekocht, während die Gastgeberinnen im Beisein ihrer Paartherapeutin über den Zustand ihrer Beziehungen Auskunft gaben, konnten sich in einer frivolen Bar in Hammerbrook gepflegt betrinken und Zeuginnen von Szenen werden, die sich ums Fremdgehen drehten oder wurden, während sie durch die Europapassage flanierten, per Kopfhörer von einer Anthropologie darüber aufgeklärt, wie unser Paarungsverhalten stam­mes­ge­schicht­lich zu erklären ist. Die für April 20 bis März 21 geplante zweite Staffel mit dem Titel DAS MISSVERSTÄNDNIS VON DER WELT 1-4 wurde vorläufig verschoben.

 

2020 

Jetzt hat uns die Welt da draußen zuhause festgesetzt und wir sind alle irgendwie zu Preppern geworden, die an andere Prepper senden. Vieles muss anders, soviel ist klar. Der Lockdown hat auch die spezifische immersive Arbeit von Meyer&Kowski verunmöglicht und wir können/wollen nicht so schnell in den digitalen Raum wechseln, ohne zu wissen, was wir da genau machen. Mit dem live Moment sind wir also erstmal verschwunden. Meyer&Kowski fragt sich: Wie können wir unsere Members trotzdem erreichen, was können wir für sie tun, wie können wir sie berühren? Wie machen weiter gemeinsame Erfahrungen? Das Konzept zu unserem nächsten Projekt DAS MISSVERSTÄNDNIS VON DER WELT (gefördert durch den Elbkulturfonds Hamburg und den FondsDarstellender Künste) jedenfalls liegt erstmal auf Eis und braucht wahrscheinlich ein völlig neues Fundament. Wir wollen verschieben, bis wir wieder mit unseren Members zusammen kommen können.

Es gibt da etwas, das uns berührt und das wir in der Zwischenzeit gerne teilen würden: Rutger Bregmans Buch IM GRUNDE GUT. Darin beschreibt der niederländischer Historiker, dass unsere Vorstellung vom Wesen der des Menschen auf einer falschen Prämisse aufbaut, eine, die unser aller Leben prägt – die sogenannte Fassadentheorie: Sie besagt, dass der Mensch im Naturzustand egoistisch und gewalttätig ist, alle gegen alle. Nur Gesetze, die Androhung von Strafen und ein disziplinierter Staat ermöglichen, so die Theorie, dass wir friedlich zusammenleben können. Die Zivilisation ist eine dünne Schutzschicht über der explosiven und barbarischen menschlichen Natur und sie könne jederzeit reißen.

Bregman hält dagegen mit einer radikalen Idee, die darin besteht, dass der Mensch im Grunde gut ist und er tut dies eben nicht philosophisch/theoretisch, sondern anhand unzähliger wissenschaftlicher Beispiele. Das Buch ist gewagt, herausfordernd, utopistisch: Genau die Art von Material, das Meyer&Kowski gern als Ausgangspunkt künstlerischer Auseinandersetzung nutzt. 

Über die aktuelle Situation sagt Bregman: „Was wir gerade sehen, ist die Theorie meines Buches auf Aufputschmitteln. Der allergrößte Teil des Verhaltens, das ich beobachte, ist altruistisch und kooperativ. Auf jeden Panikkäufer kommen Tausend Krankenschwestern, die Ausbreitung des Virus aufzuhalten. Wir brauchen ein neues Menschenbild, ein realistisches und ein hoffnungsvolles. Die Mächtigen hören das nicht gerne. Wir müssen und selbstbestimmt organisieren, nur so können wir die Abhängigkeit von zweifelhaften Autoritäten verhindern, die glauben uns kontrollieren zu müssen, weil sie uns nicht trauen.“

 

Wir, Meyer&Kowski, werden auf diesem Buch und den darin enthaltenen Ansätzen unsere Reihe DAS MISSVERSTÄNDNIS VON DER WELT neu gründen und auf unsere Zusammenarbeit mit Euch Members übertragen, indem wir Gregmans Ansatz vom elementaren Kommunismus zur Diskussion stellen, der besagt, dass wir Menschen verrückt danach sind, zu teilen und besonders in Krisen zum Fundament unserer Menschlichkeit, zu Zusammenarbeit und Altruismus, zurück kehren. Kann das auch für ein performatives Projekt gelten, das sich als Club definiert? Was können wir gemeinsam daraus machen?

Wir haben Rutger Bregman geschrieben, er hat sehr schnell und sehr freundlich geantwortet. Wir haben Rutger Bregman geschrieben, er hat sehr schnell und sehr freundlich geantwortet.

2019 

MEMBERS‘ CLUB I – IV

Members‘ Club ist eine kurze Reihe von Arbeiten, in denen Meyer&Kowski sich mit Beziehungen, Kindern, Trauma, Andersartigkeit auseinandersetzt und vor allem dreht es sich um Sex – ohne dass es um Sex geht.

2018 

ALL THE PAINTINGS IN THE WORLD

Vor kurzem stand ich wieder einmal vor einem Porträt, Rembrandt, Cranach, Botticelli, Velasquez, ich weiß es nicht mehr, da wurde ich an etwas erinnert, an das man in Museen gewöhnlich nicht erinnert wird: Begehrt zu werden, vorausgesetzt das Begehren wird erwidert, befreit uns von Angst. Keine Rüstung auf der Welt könnte ein vergleichbares Empfinden von Schutz bieten. Begehrt zu werden, so scheint es mir, kommt dem Gefühl unsterblich zu sein möglicherweise näher als irgendetwas Anderes auf der Welt.“

Mit dieser und vielen anderen Beobachtungen lädt uns der britische Romancier, Geschichtenerzähler, Dichter, Drehbuchautor und Kunstkritiker John Berger (1926- 2017) ein, auf bildende Kunst schauen.

Dan Jemmett – internationaler Theatermacher und alter Bekannter sowohl von John Berger als auch von Marc von Henning aus den gemeinsamen Londoner Theateranfängen – ist zwei Wochen lang Gast der Fleetstreet, um gemeinsam mit Meyer&Kowski eine étude hommage à John Berger zu entwerfen.

„Was wir sehen, kommt immer darauf an, von wo wir schauen“, erinnert uns John Berger.

Fast schon eine Beruhigung im Zeitalter der visuellen Überreizung.

Konzept: Meyer&Kowski

Stories: Dan Jemmett

Performance: Dan Jemmett, Susanne Reifenrath, Marc von Henning

Mitarbeit: Emilia Fester

gefördert durch: Behörde für Kultur und Medien HamburgRudolf Augstein StiftungFleetstreet e.V.Hamburgische Kulturstiftung

2017

UNFINISHED BUSINESS

Das ist der neueste heiße Scheiß aus Helsinki: Leute treffen sich zum Trinken und Tanzen und damit es nicht total sinnlos bleibt, malen sie Bilder nach Zahlen aus.

Wir nennen es: Hamburg malt Merkel! 

Hamburg malt Merkel? Unsere Bilder sind 4 große Portraits von der Bundeskanzlerin Angela Merkel, die unsere Besucher ausmalen werden.

Was haben Kunst und Politik gemeinsam? Man wird nie fertig mit Ihnen. Wie mit den meisten Dingen im Leben. Nichts manifestiert eine wichtige Position in der Gesellschaft so sehr, wie ein in Öl gemaltes Antlitz. Immer noch. Was, wenn wir uns dieses Bild selber machen, so wie ein demokratischer Prozess es vorsieht? Wir malen gemeinsam Bilder von unserer Kanzlerin. Hat Sie noch Unerledigtes offen? Bestimmt, sonst wäre Sie nicht zum 4.ten mal unsere Volksvertreterin geworden. Haben wir noch etwas mit Ihr offen? Unbeantwortete Fragen? Nicht erfüllte Versprechen? Werden wir mit unserem Bild von Ihr heute fertig werden? Unwahrscheinlich. 

Hier ist jeder Künstler am gemeinsamen Bild.

„it ain’t over till the fat lady sings“!!!

Für das Trinken und Tanzen haben wir aus der Minibar in Wilhelmsburg Markus an die Cocktails und Jost an den Plattenteller gebeten.

Konzept: Meyer&Kowski und Jörg Kiefel 

Mitarbeit: Ute Radler

gefördert durch: Behörde für Kultur und Medien HamburgRudolf Augstein StiftungFleetstreet e.V.Hamburgische Kulturstiftung

Taz-Bericht über die Residenz vom 12.05.17

KUNST IST BÖSE

Meyer&Kowski präsentiert mit KUNST IST BÖSE die fünfte Ausgabe ihres mehrfach ausgezeichneten Formats des Doppelmonologs. Im Logensaal der Hamburger Kammerspiele berichtet diesmal der Schauspieler Hans-Jörg Frey von zwei Erfahrungen, die er selbst als Zuschauer gemacht hat.

Hans-Jörg Frey erinnert sich im ersten Teil des Abends an die Kritik eines Regisseurs nach der Generalprobe von „Macbeth“: Dreißig Jahre ist es her, dass der damalige Theatermacher seine Schauspieler, darunter Frey, mit allen Farben seiner Kunst zu Höchstleistungen anspornen wollte. Nun schlüpft der Schauspieler in die Rolle des tobenden Regisseurs. Das Publikum wird zu seinem kritisierten Ensemble von damals und bekommt dabei einen ungefilterten Blick hinter die Kulissen. Die zweite Erfahrung liegt nur wenige Jahre zurück: Die Vorsehung, wie so oft verkleidet im Kostüm der Zufalls, führte Frey in ein philosophisches Seminar aus dem Orient, das – ganz anderes als erwartet – lebensverändernde Auswirkung hatte.

In KUNST IST BÖSE geht es um die menschliche Vorstellungskraft. Unsere Vorstellungen sind es, aus denen alles entsteht und die uns an Ideen glauben lassen. Kunst ist hier etwas Widerständiges, der Sand im Getriebe der Welt. Sie ist faszinierend und verlockend, gefährlich und angsteinflößend und noch so viel mehr. Kunst ist alles das, was wir uns unter Kunst vorstellen können.

Es spielt: Hans-Jörg Frey
Die Premiere war am 17. 05. 2017 im Logensaal der Hamburger Kammerspiele

www.kunst-ist-boese.de

Kritiken:
Kunst ist böse_SchwTB
Kunst ist böse_GEA

WATCH ME! NO. 1

Menschen. Immer wieder nehmen sie sich etwas Neues vor, erzählen anderen von ihren großartigen wenn nicht gar revolutionären Plänen und dann – dann kommt doch alles anders. Veränderung. Gibt es etwas, wonach wir uns mehr sehnen und wovor wir uns mehr fürchten als Veränderung?

Und warum soll es denen von Meyer&Kowski anders gehen? Kaum hatten sie fest beschloßen, welche Arbeiten sie wann und wo über die nächsten drei Jahre (ihre letzten) zeigen wollen, schon sind sie vom Weg abgekommen, und stehen nun (wie man in Brasilien so schön sagt) ‚in einem ganz anderen Dschungel‘. Mit anderen Worten: eine neue Idee steht auf dem Programm: Statt eine neuen Arbeit zu zeigen beginnen sie gleich mit einer neuen Serie. WATCH ME! möchte einladen zur Begegnung zwischen Meyer&Kowski, einem Thema, einem Künstler, einem Publikum. Zu WATCH ME! No. 1 ist der junge Schauspieler Lukas Gander eingeladen mit denen von Meyer&Kowski über den Moment des Todes nachzudenken und du bist eingeladen, dir eine öffentliche Probe dieser Begegnung anzusehen danach noch ein Weilchen zu bleiben und denen von Meyer&Kowski ein paar Eindrücke zu schildern, wenn du magst. Es würde ihnen, so versichern sie, eine große Freude sein.

03., 04., 05. März 2017, 18Uhr auf der Probebühne im Gängeviertel

Gefördert durch die Behörde für Kultur und Medien  Hamburg

Bilder

 

2016

VOM ENDE DES ZUSCHAUENS

Herzlich willkommen zur Vorstellung der neuen Projektreihe „VOM ENDE DES ZUSCHAUENS“ die MEYER&KOWSKI in den Jahren 2016-2019  entwickelt und welche – neben dem Anliegen, die Grenzen zwischen Zuschauern und Publikum vollständig aufzulösen – konsequenterweise auch die Auflösung von MEYER&KOWSKI selbst bedeutet. Aber bevor es soweit ist, bevor  das Licht ausgeht, werden wir – gemeinsam mit unseren Zuschauern – unsere Ideen erst zur voller Blüte bringen.

MEYER&KOWSKI ist da! MEYER&KOWSKI ist bereit!

„VOM ENDE DES ZUSCHAUENS“ wird ermöglicht durch eine dreijährige Konzeptionsförderung.kulturbehoerde

LUCKY DOG – THE SHOW

Auch im letzten Jahr hat MEYER&KOWSKI sich weiterentwickelt, neue Kontakte geknüpft und neue potentielle Kooperationspartner gefunden. So zeigte MEYER&KOWSKI Anfang Dezember 2015 „Lucky Dog – The Show“ in der Wartenau 16 in Hamburg Eilbek. Diese Produktion entsteht in Kooperation mit der Hochschule für angewandte Wissenschaften (HAW) und dem Studiengang Medientechnik und wird, neben einer Förderung durch die Kulturbehörde Hamburg, auch durch den Fonds darstellender Künste unterstützt.

2015

NIRVANA SEHEN mit Ute Hannig bei der der ersten Ausgabe des neuen Hamburger Festivals HAUPTSACHE FREI im April 2015 den Publikumspreis